Wenn Bindung gestört wird … – Teil 1 „Der Fall“

Ein Fallbericht und was Halten verändern kann

Der Fall von Mandy  (Daten geändert)

Mandy kam im September 2016 zu einem offenen Abend Familienstellen. Ihre Schwester hatte sie darauf aufmerksam gemacht. Sie hofften beide, an diesem Abend eine Lösung für Mandys Problem zu finden.

Mandy erzählte mir in der Pause kurz ihre Geschichte. Sie hatte im Juli 2016 ihre Tochter Anna entbunden. Die Geburt lief nicht wie geplant. Es gab Komplikationen und so wurde ein Notkaiserschnitt vorgenommen. Jedoch wirkte die von der Ärztin verabreichte Narkose nicht und Mandy war noch bei Bewusstsein, als der Kaiserschnitt begann. Sie konnte sich noch verständlich machen und die Ärztin setzte nun eine stärkere Narkose.

Die Tochter Anna lebt, wird jedoch durch eine Magensonde künstlich ernährt.

Schon beim Erzählen der Geschichte begann Mandy zu zittern und zu weinen. Hier war sehr schnell sichtbar, dass eine Aufstellung nicht helfen kann und ich erklärte ihr, dass eine körperorientierte Aufarbeitung  in einem sicheren Rahmen angezeigt sei. So vereinbarten wir  einen Termin in der Praxis von Marita. Mandy wird von ihrer Schwester begleitet werden. Die Schwester kennt Marita und vertraut ihr. So fühlt sich Mandy sicher und vertraut diesem Angebot.

Marita empfängt uns in ihrer liebevollen und fürsorglichen Art in ihrer Praxis. Zu Beginn lasse ich mir von Mandy etwas zu ihrem Gegenwartssystem erzählen. Sie hat bereits einen Sohn aus einer früheren Beziehung. Er war zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre alt. Er hat guten Kontakt zu seinem Vater.

Sie lebt jetzt mit einem anderen Mann zusammen. Er und ihr Sohn kommen gut miteinander aus. Sie wurde wieder schwanger, das Kind verlor Sie im Oktober 2012.  Dies schildert Mandy noch sehr emotional geladen und angstbesetzt.

Als sie 11/2015 feststellte, dass sie erneut schwanger ist, kamen sofort die Ängste bei ihr wieder. Am Anfang der Schwangerschaft gab es Blutungen. Im weiteren Verlauf traten Komplikationen beim Wasser lassen auf. Sie hoffte sehr, dass dieses Mal alles gut gehen würde. Sie haben sich alle drei sehr auf dieses Kind gefreut. Die Angst, wieder ein Kind zu verlieren, war jedoch präsent.

Mandy berichtet noch einmal kurz das Erlebte beim Notkaiserschnitt. Sie habe gespürt, wie ihr der Bauch aufgeschnitten wurde und habe schreckliche Schmerzen und Angst gehabt. Als sie von der Ärztin die zweite Narkose bekam, habe sie das Gefühl gehabt, ihre Seele werde zusammengeknüllt wie ein Stück Alufolie.

… Fortsetzung folgt im August 2018