Körperarbeit

Bonding und Halten

Ich habe die Körperarbeit 2009 im Rahmen eines Workshops erstmals selbst erlebt. Es war für mich faszinierend, wie mein Körper sich erinnern konnte, ohne dass ich wusste. So bedarf es keines Wissens aus der Vergangenheit, um mit diesen im Körper abgespeicherten Informationen oder Mustern zu arbeiten.

Das hat mich begeistert und so habe ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen Petra Rosch und Sabine Bär im Jirina Prekop Zentrum (jipz) die Ausbildung im besik®-Bonding und besik®-Halten absolviert. Diese Ausbildung ist eine sehr praxisbezogene, so dass wir am Eigenen lernen durften.

Was nun ist Bonding? Und was ist der Unterschied zum Halten?

Zu Beginn noch eine kurze Erklärung, was ich unter Körperarbeit verstehe. Es gibt eine Körperarbeit, die machen zum Beispiel Physiotherapeuten, das heißt, sie arbeiten an deinem Körper mit den unterschiedlichsten manuellen Methoden. In der von uns angebotenen Körperarbeit nutzen wir das Gedächtnis des Körpers, um über den Körper mit der Seele arbeiten zu können. So kann hier in der Einheit von Körper, Geist und Seele eine Veränderung herbeigeführt werden.

In unserem Leben werden wir durch das, was wir durchleben, geprägt. Das heißt, unser Körper speichert alles ab, was ihm passiert. So entstehen die sogenannten Muster, nach denen wir reagieren. In der Regel sorgen diese Muster dafür, dass wir überleben. Doch irgendwann kann es sein, dass diese Muster uns behindern. Sei es in der Beziehung zu anderen Menschen oder wenn sich die Seele über den Körper ausdrückt und in Form einer Erkrankung ein Signal sendet, dass da etwas aus der Balance gekommen ist.

Das Bonding ist eine Form der Körperarbeit, die durch Dan Casriel in Deutschland bekannt wurde. Das Bonding von damals ist jedoch nicht mehr vergleichbar mit dem von heute. In den vergangen Jahren wurden andere hilfreiche Methoden in diese Arbeit mit eingebunden, so zum Beispiel Elemente des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP) und des Somatic Experiencing (SE), der körperorientierten Trauma-Therapie nach Peter Levine.

Das besik®-Bonding ist eine Arbeit, die der Aussöhnung mit dir selbst dient. Man nennt es auch die Arbeit mit dem inneren Kind. So hat jeder in seiner Kindheit Verletzungen erlebt, die sein heutiges Leben mehr oder weniger beeinflussen. Das Faszinierende ist, dass du nicht wissen musst, welche Verletzungen es in deiner Kindheit gab. Es genügt, wenn du mit einem Problem aus deinem aktuellen Lebensbereich in diese Arbeit gehst. Dein Körper führt dich über seine Reaktionen dahin zurück.

Bei all diesen Prozessen ist es wichtig zu wissen, dass das, was der Körper einmal erlebt hat, als Narbe beleibt. Du kannst jedoch lernen, für dich wahrzunehmen, wann du wieder in ein altes Muster einsteigst und was du tun kannst, um da wieder heraus zu finden. Denn du hast neben der alten Narbe auch eine neue Körpererfahrung abgespeichert und kannst sie für dich abrufen, bis sie in deinem Körper verankert ist.

Das Halten wurde durch Frau Dr. Jirina Prekop in Deutschland bekannt gemacht. Hier ist insbesondere ihre Arbeit mit autistischen Kindern hervorzuheben.

Im besik®-Halten wurden analog dem Bonding in den vergangen Jahren andere hilfreiche Methoden integriert. Die Basis ist die gleiche, wir arbeiten mit den Körpererinnerungen und den in deinem Leben gerade aktuellen Situationen. Das Halten ist eine Arbeit, die der Aussöhnung mit anderen Menschen dient. So kannst du dich zum Beispiel mit der Mutter, dem Vater, dem Partner, der Partnerin, den Geschwistern etc. aussöhnen und dann dürfen die alten Emotionen, die dich belasten, in den Frieden kommen.

Einen weiteren Einsatz des Haltens finden wir im sogenannten pädagogischen oder Kinder- Halten. Hier geht es darum, dass die Mutter oder der Vater das Kind hält, damit es seine Emotionen, wie Wut, Schmerz und Trauer in einem geschützten Rahmen ausagieren darf und trotzdem die Liebe der Eltern spüren kann. „Ich halte dich aus, auch wenn Du wütend bist“, wäre hier die Botschaft der Eltern an die Kinder.

Eine besondere Form des Haltens ist das Geburtshalten. Hier kann eine Geburt, die nicht optimal gelaufen ist, z.B. ein Notkaiserschnitt, noch einmal durchlebt werden. So kann der Körper eine neue Erfahrung abspeichern und das Kind oder auch der Erwachsene kommt noch einmal in dieser Welt an … mit einer neuen Körpererfahrung.

Gemeinsam mit meinen KollegInnen Petra und Sabine biete ich Bonding-Abendgruppen für Frauen  und mit Thomas und Ralf biete ich Emotionalarbeit-Abendgruppen an.

Nach einem Vorgespräch treffen wir uns einmal im Monat für drei Stunden in einer Gruppe. Aus unserer Erfahrung heraus sollten mindestens 5-6 Abende hintereinander besucht werden, da es um Prozesse geht, die sich entwickeln und die Zeit brauchen. Die Bonding-Abendgruppe ist insbesondere für Neueinsteiger in der Körperarbeit gut geeignet. Aber auch für Fortgeschrittene, die einfach dran bleiben wollen, eignen sich diese Gruppen gut.

Weiterhin werden über das Jirina Prekop Zentrum (jipz) Wochenendworkshops zur Emotionalarbeit angeboten.

Halteprozesse finden im Einzelsetting statt und bedürfen einer ausführlichen Vorbesprechung.

Wenn du mehr Informationen möchtest, nimm bitte Kontakt mit mir auf, du erreichst mich unter: manuela.hüller@web.de

Mit herzlichster Umarmung,
deine Manuela Hüller

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